Brigitte NEHIBA


Brigitte Nehibas Zeichnungen setzen sich aus unzähligen Farbteilchen zusammen, die zweidimensional aufeinander aufbauen. Nehiba schlichtet sie von unten beginnend; sie variiert Form und Größe, Dichte und Farbe der Teilchen und staucht sie wie Sedimentschichten. Ganz allmählich verlieren sie ihre lineare Statik, bilden Verwerfungen, mäandrieren, türmen sich an einer Stelle auf und fallen an anderer ab.
Die Teilchen sind meist Quadrate und Rechtecke. Nehiba unterteilt diese Partikel noch einmal und schreibt ihnen Kreisformen, horizontale und diagonale Linien ein. Durch ihre, für sich genommen, klare Farb- und Formgebung, haben sie die Prägnanz von Signalflaggen. Innerhalb dieser enormen Ansammlung verliert freilich das einzelne „Fähnchen“ auf die Distanz an Wirkung und verschwindet im Kollektiv.

Um die Elemente scharfe voneinander abzugrenzen und zu konturieren, arbeitet Nehiba bevorzugt mit schwarzen Faser- und farbigen Acrylstiften. Die bis zu 140 x 250 cm großen Leinwandzeichnungen entstehen langsam und sehr bedacht. An ihren großen Formaten arbeitet sie mehrere Monate.

Brigitte Nehiba, 1963 im österreichischen Hainburg/Donau geboren, kam 2005 erstmals in der Caritas-Malgruppe Rannersdorf intensiver in Kontakt mit künstlerischen Medien. Seit 2012 nutzt Nehiba zusätzlich das Atelier 10. Das Platzangebot ermöglicht ihr, Stil und Formate kontinuierlich zu erweitern.