Franziska FISCHER (1968, Wien)


Franziska Fischer versorgt sich mit Material aus den umliegenden Wäldern nahe des Böhmischen Praters. Dort sucht und findet sie Holz, Astwerk, Steine. Auf ihren Streifzügen sammelt sie aber auch Abfälle, Verpackungsmaterial, Kleidungsstücke, Spielzeug oder Kunststoffreste. Fischer überprüft die Materialien auf ihre Teilbarkeit, zerpflückt sie, seziert sie geradezu. Jenseits aller technischen Traditionen verarbeitet sie die Fragmente indem sie sie scheinbar wahllos miteinander verknüpft, verklebt, verbindet. Stückweise entstehen neue Objekte, zerbrechlich und kaum über einen längeren Zeitraum haltbar, Zeugnisse einer radikalen Aneignung von Teilen ihrer Umwelt. Auch ein alchemistischer Akt, da Fischer der Substanz gewöhnlicher Gegenstände einen gewissen Zauber, eine Veredelung zuführen möchte. Dabei erschließt sich Fischers Werk erst in ihrer raumgreifenden Gesamtheit. Die einzelnen Objekte sind nur einzelne Baustücke, die ihre Eigenständigkeit verlieren, sobald sie an ihrem Arbeitsplatz Teil ihrer direkten Umgebung werden, einem Environment, dass sich wiederum in stetem Wandel von Erneuerung und Entsorgung befindet.